Mit MBD Werkzeugkonstruktion einfacher anbinden
Nutzen Sie MBD in der Werkzeugkonstruktion um alle wichtigen Fertigungsinformationen aus 3D Modellen für die Folgeprozesse zu übernehmen. Jetzt lesen!
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Ralf Steck : Published
Ein passendes Werkzeug ist vorhanden – aber findet es der CNC-Programmierer auch? Und stimmen seine Daten mit den Informationen an der Maschine überein? Diese Fragen entscheiden mit darüber, wie gut sich Werkzeugbestände tatsächlich nutzen lassen.
Bis zu
50%
kürzere Einfahrprozesse
Davon berichten die Weishaupt-Verantwortlichen im Anwenderbericht.
Der Blick auf die Umsetzung zeigt, welche Rolle auffindbare Werkzeuge, aufbereitete Daten und eine gemeinsame Datenbasis dabei spielen.
Im Zuge der Erneuerung des Maschinenparks suchte Weishaupt 2024 nach einer neuen Werkzeugdatenverwaltung. Sie sollte 3D-Werkzeuggeometrien für realistische Kollisionsprüfungen verwalten. Gleichzeitig wollte das Unternehmen die Werkzeugvarianten reduzieren, denn gleiche Werkzeuge wurden häufig mehrfach gerüstet.
Die Anforderungen passen zur hohen Fertigungstiefe des Herstellers von Brennern, Heiz- und Energiesystemen: Selbst Elektromotoren und Steuerungselektronik werden im Unternehmen entwickelt und hergestellt.
Vor der Systemauswahl sollte die konkrete Aufgabe feststehen: Geht es um bessere Auffindbarkeit, verlässliche Geometriedaten oder den Abgleich mit der Maschine? Davon hängt ab, welche Daten und Schnittstellen zuerst benötigt werden.
Weishaupt nutzte bereits NX und Teamcenter. BCT und A+B Solutions untersuchten mit einem auf Arbeitsvorbereitung, Produktion und Qualitätssicherung zugeschnittenen Digital Value Check, wie die Umgebung erweitert werden kann.
Die daraus entstandene Lösung verbindet vier Aufgaben. Teamcenter stellt die gemeinsame Datenbasis bereit:
Produktdaten entstehen in der bestehenden CAD-Umgebung
Programmierer greifen auf Werkzeuge, Spannmittel und Vorlagen zu.
Komponenten und Komplettwerkzeuge mit 3D-Modellen und Metadaten verwalten.
Freigegebene CNC-Programme und Fertigungsinformationen bereitstellen.
Gemeinsame Grundlage: Teamcenter
Für die eigene Planung lohnt sich deshalb der Blick auf die Übergaben: Woher kommen Werkzeugdaten? Wer verwendet sie? Und an welcher Stelle entstehen heute separate Listen oder Kopien? So werden die Verbindungen zwischen den Systemen zu einem konkreten Projektgegenstand.
Bei Weishaupt erleichtert der Ressourcenkatalog in Teamcenter MRL die Suche nach passenden vorhandenen Werkzeugen. 3D-Modelle und Metadaten unterstützen die Auswahl und Kollisionsprüfung. Damit wird es einfacher, ein bestehendes Werkzeug zu nutzen, statt eine zusätzliche Variante anzulegen oder Werkzeuge umzubauen.
Einzelkomponenten
Komplettwerkzeuge
Diese Daten mussten für die ersten vier Maschinen erfasst werden. Die Zahlen zeigen, dass der Aufbau der Werkzeugdatenbasis eine eigene Projektaufgabe ist.
Für realistische Kollisionsprüfungen sind beispielsweise Werkzeuggeometrien relevant. Für die Wiederverwendung müssen vorhandene Werkzeuge auffindbar und eindeutig beschrieben sein.
Der Aufwand für die Datenaufbereitung gehört deshalb von Beginn an in die Projektplanung. Zugleich sollten Unternehmen festlegen, wer neue Werkzeuge anlegt und die Informationen künftig pflegt. So wird aus dem initialen Datenaufbau eine dauerhaft nutzbare Grundlage.
Bild: Max Weishaupt SE
Shop Floor Connect überträgt CNC-Programme aus Teamcenter an die Maschinensteuerungen. Das Revisionsmanagement stellt sicher, dass aktuell freigegebene Fertigungsdaten verwendet werden. Auch Einstellpläne und Spannsituationen können den Mitarbeitern bereitgestellt werden.
Eine automatisch erzeugte Differenzliste zeigt bei Weishaupt, welche Werkzeuge für den nächsten Bearbeitungsprozess auf einer Maschine fehlen. Früher mussten dafür Listen manuell miteinander verglichen werden.
Das Beispiel macht deutlich, wie sich der Nutzen einer Integration beurteilen lässt: Welche konkrete manuelle Aufgabe wird vereinfacht? Für ein eigenes Projekt sollte neben der Datenübertragung auch geklärt sein, wie Freigaben und Änderungen im Arbeitsalltag gehandhabt werden.
Neben den kürzeren Einfahrprozessen berichten die Weishaupt-Verantwortlichen von folgenden Verbesserungen:
BCT koordinierte als Generalunternehmer das Upgrade von NX und Teamcenter sowie die Einführung von MRL und Shop Floor Connect. A+B Solutions brachte die Expertise für Werkzeugdatenverwaltung und Fertigungsintegration ein.
Der Ausbau erfolgt schrittweise
Zum Stand des Anwenderberichts waren drei Maschinen angebunden, eine vierte befand sich in der Umsetzung. Bis Ende 2027 sollen alle Werkzeugmaschinen eingebunden sein.
Diese Fragen helfen, einen ersten Anwendungsfall abzugrenzen und den erforderlichen Datenaufbau einzuschätzen:
Erfahren Sie mehr über die Einführung, die Zusammenarbeit der Projektpartner und die Erfahrungen aus der Fertigung.
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